Maxen

Maxen

 

Im Mittelalter leben hier zunächst die Ritter zu Maxen, dann untersteht das Dorf der Familie von Karas. 1548 übernehmen die Schönbergs für 271 Jahre die Herrschaft samt Rittergut.

Das Bergdorf Maxen ist der höchstgelegene Ortsteil der Gemeinde Müglitztal. Schöne Weitblicke gibt es daher rund um die Finckenfang-Anhöhe im Süden des Dorfes (388 m). Doch nicht nur die geografische Lage zieht Touristen von Nah und Fern an, auch historische und geologische Besonderheiten machen den Ort attraktiv. Bereits im Mittelalter wird in Maxen Kalk abgebaut. Als Bau- und Düngekalk lässt er sich in der Umgebung bis Pirna und Dresden gut verkaufen. Anfang des 18. Jahrhunderts entdeckt man im Nordwesten von Maxen einen besonderen, bunt gefärbten Kalkstein: Marmor! Den Bruch erwirbt August der Starke für seine Prunkbauten. Noch heute kann man daher Maxener Marmor im Grünen Gewölbe in Dresden bewundern, auch im Französischen Pavillon des Dresdner Zwingers, im Schloss von Moritzburg, im Bautzener Dom oder in der Schlosskapelle von Hubertusburg entdeckt man das schöne Gestein.

 

Maxen im Frühling

 

Im Siebenjährigen Krieg (1756–1763) kommt es am 20. November 1759 auf den Höhen um Maxen zu einer denkwürdigen Schlacht. Preußen und Österreicher kämpfen bei großer Kälte gegeneinander. Die Preußen werden besiegt und ihr Korps unter Führung von General von Finck gefangen genommen. Dieses Ereignis, bei dem die Einwohner von Maxen viel Leid erfahren, ist als „Finckenfang von Maxen“ in die Geschichte eingegangen.

 

1819 verkauft die Familie von Schönberg das Rittergut Maxen an den Major Friedrich Anton Serre und seine Frau Friederike. Das Lebensmotto dieser wohltätigen Mäzene lautet: „Ehre Gott und liebe die Menschen“. Maxen wird zu einem kulturellen und künstlerischen Treffpunkt. Namhafte Persönlichkeiten der Zeit kommen nach Maxen, z. B. der Komponist Robert Schumann und seine Frau, die Pianistin Clara Schumann, der dänische Märchendichter Hans Christian Andersen, der Arzt, Philosoph und Maler Carl Gustav Carus, der dänische Bildhauer Bertel Thorvaldsen. Für den javanischen Maler Raden Saleh lassen die Serres 1848 das Blaue Häusel, einen Gartenpavillon im orientalischen Stil, im Volksmund auch „Moschee“ genannt, in ihrem Schlosspark errichten, der bis heute durch großes privates Engagement vor dem Verfall gerettet und liebevoll restauriert wurde.

 

Die herrschaftlichen Kalkbrüche sind eine gute Einnahmequelle für die Serres. Major Serre lässt für den Kalkbrand moderne Rumford-Öfen errichten, von denen noch zwei erhalten sind. Der von 1856 gehört seit einigen Jahren dem Heimatverein Maxen. Er wird nach umfangreichen Sanierungsarbeiten für Mineralienausstellungen und Feierlichkeiten genutzt. Auf dem Ofenkopf entstand eine begehbare Aussichtsplattform, von der man die einmaligen Sonnenuntergänge über dem Wilisch bewundern kann. In dem nahe gelegenen ehemaligen kurfürstlich-königlichen Marmorbruch haben rührige Heimatvereinsmitglieder 2002 die Naturbühne Maxen wieder aufgebaut, die nach dem Zweiten Weltkrieg von den damaligen Lehrern ins Leben gerufen worden war. Hier finden vor einmalig schöner Kulisse alljährlich von Mai bis September unterhaltsame Aufführungen (Theater, Konzerte, Kabarett) und Gottesdienste für Kinder und Erwachsene statt. Auch das 2001 entstandene Heimatmuseum am Dorfplatz erfreut sich mit seinen mittlerweile vier Ausstellungsräumen großer Beliebtheit.

 

In den letzten Jahren haben sich einige Kunstschaffende in Maxen angesiedelt. Der Kunsthof in einem restaurierten ehemaligen Teil des Rittergutes von 1604 bietet Kurse an und veranstaltet verschiedene Märkte. Im bunten „Listhús“ in der Dorfmitte zeigen Künstler ihre Werke. Im zugehörigen Laden im Erdgeschoss wird außergewöhnliche Mode angeboten. Kunst kaufen kann man auch im Kunstdepot unweit der Kirche. Nach vielen Umbaumaßnahmen präsentiert sich Schloss Maxen seit kurzen wieder von seiner schönsten Seite: im restaurierten Saal finden Konzerte und Theateraufführungen statt und gelegentlich werden auch hier Gemäldeausstellungen gezeigt.

 

Die Zahl der jährlichen Veranstaltungen in Maxen ist beträchtlich. Dank des Einsatzes der Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr, der Volkssolidarität, des Jugendclubs, des Heimatvereins und der Kirchgemeinde kommt hier keine Langeweile auf. Die Vielzahl der Aktivitäten hat Maxen und den Nachbarort Schmorsdorf in den letzten Jahren zu „Kunst- und Künstlerdörfern“ werden lassen.

 

Auch für das leibliche Wohl ist in Maxen gesorgt. Der örtliche Gasthof bietet gutbürgerliche Küche an sowie Zimmer und Appartements zum Übernachten. An den Wochenenden ist in der Nähe des Schlosses das Kunstcafé am Kunsthof geöffnet. Auch hier gibt es Gästezimmer und eine Ferienwohnung. Darüber hinaus bestehen weitere Übernachtungsmöglichkeiten in Maxen, eine sogar für Reiter mit eigenem Pferd. Der Traditionsbetrieb Schietzold backt seit 1862 in Maxen Brot und ist weithin für seinen guten Stollen in der Weihnachtszeit bekannt.